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Schwarz-Weiß-Filme aller Art

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  • Schwarz-Weiß-Filme aller Art

    Da ich ja in letzter Zeit immer mehr zurück in der Filmgeschichte gehe und nun sogar bei den Stummfilmen angekommen bin, wollte ich hierzu generell mal ein Thema öffnen und fragen...naja, eigentlich ob ich der einzige hier bin der so was schaut?

    Bis vor einigen Monaten hätte ich selbst nie gedacht dass ich mal Stummfilme schaue, war mir alles einfach stets viel zu veraltet und fremd. Keine Dialoge, schwarz-weiss Bild, teils sogar erhöhte Abspielgeschwindigkeit, es wirkt auf den ersten Blick einfach erst mal sehr seltsam und fast schon abschreckend wenn man heutige Filme gewohnt ist. "Dank" Corona hab ich mich ja dann seit letztem Jahr verstärkt älteren Film gewidmet, zumal ich da ordentlich Nachholbedarf hatte da ich bis dahin selten über die 70er hinaus was älteres schaute.

    Nach anfänglichen Hürden wie schwarz-weiss Filmen die mir auch noch ziemlich fremd und einfach irgendwo unangenehm waren ("wie viel schöner das doch in Farbe aussehen würde" dachte ich anfangs immer^^), fand ich immer mehr Freude und Gefallen an alten Filmen und suchte immer weiter was es noch alles gab. Inzwischen sind schwarz-weiss Filme für mich genauso Standard wie heute aktuelle Filme, ich find sie oft sogar sehr schön, gerade wenn viel mit Licht experimentiert wird oder sie die Atmosphäre verstärken. Dank der alten Filme entdeckte ich auch meine Lieblings-Schauspielerin Audrey Hepburn, deren Filme ich heute absolut nicht mehr missen möchte. Das Western-Genre war mir bislang auch kaum bekannt, dutzende Eastwood-, Wayne- und sonstige Klassiker später steht davon nun aber auch einiges im Regal. Mit den Stummfilmen bin ich gerade erst am Anfang und weiss auch nicht wie viel ich mich davon noch interessiert.

    Ehrlich gesagt war der Grund warum ich Stummfilme überhaupt in Betracht zog jener, dass auf amazon beim stöbern mal die Charlie Chaplin Blu-rays in den Vorschlägen auftauchten und ich die Covers ganz schick fand.^^ Also beschloss ich zumindest mal einen der Filme zu versuchen und somit war "Lichter der Großstadt" der erste Stummfilm den ich je gesehen hab. Und ja, anfangs war's wirklich seltsam solch einen Film zu schauen, aber irgendwie war ich doch fasziniert einen "Blick" ins Jahr 1931 zu bekommen und dann war da natürlich Chaplin...so geläufig der Name und der klassische Look seines Tramp-Charakters ist, wirklich "gesehen" (in Filmform) hatte ich ihn bislang nie und war wirklich erstaunt was für eine tolle Kunstfigur er mit dem Tramp erschaffen hatte. Ich musste mich anfangs fast schon regelrecht konzentrieren stets genau hinzusehen da eben alles mittels Gesten, Mimik und Hintergrundgeschehen erzählt wird, die paar wenigen Title Cards für Dialoge mal außen vor. Gerade da war es aber auch faszinierend zu sehen mit welch einfachen Mitteln doch so viel gesagt werden konnte...gerade wenn man heute das Gegenteil in vielen Filmen gewohnt ist - das offensichtlichste wird 3x gesagt, da man offenbar das Publikum für immer dümmer hält.

    "Lichter der Großstadt" war einfach eine schöne und herzliche Geschichte mit viel Humor, sehr unterhaltsam und abwechslungsreich, sogar zu einem richtigen Boxkampf kommt es. Ich wollte irgendwo doch mehr sehen und so fing ich nach und nach an alle bekannteren Chaplin-Filme aus der Zeit zu sehen...da er ja sehr lange und perfektionistisch an seinen Filmen arbeitete und sowohl Hauptdarsteller, Drehbuchautor, Produzent als auch Regisseur bei fast jedem der FIlme war, gibt es gar nicht mal so viele aus der Zeit da er jahrelang an jedem arbeitete. Der Aufwand zahlte sich aber aus - wenn Filme auch fast 100 Jahre später noch so gut unterhalten und faszinieren können, hat man was richtig gemacht.

    Inzwischen hab ich tatsächlich alle Langfilme von Chaplin gesehen, ich bin gerade sogar dabei mir die frühen Kurzfilme von 1914 bis zu den 20ern auf Blu-ray zu besorgen was ich bis vor ein paar Wochen noch überhaupt nicht in Betracht zog...irgendwie hab ich aber einfach weiterhin Lust auf mehr. Chaplin macht in jedem Film was anderes, kommt immer mit neuen Ideen daher und zudem erstaunen mich seine akrobatischen Fähigkeiten immer mehr - es gibt Sachen die kenn ich so 1:1 aus Jackie Chan Filmen, ungelogen! Muss immer wieder mal zurückspulen und das nochmal anschauen, denn es ist einfach unglaublich wie beweglich und fit Chaplin war - gerade von solch einem Tramp-Charakter erwartet man ja auch nicht solche Stunts zu sehen.

    Abseits Chaplin hab ich nun auch mal angefangen Filme von Buster Keaton und Harold Lloyd zu schauen, die mich bislang auch durchaus beeindrucken. Man bekommt hier tatsächlich auch Sachen zu sehen die man heute nicht oder nur selten zu sehen bekommt. Das fasziniert mich generell an vielen älteren Filmen - man denkt heutzutage ist dank Computereffekte ohnehin ALLES möglich und man hat schon alles gesehen was man sich vorstellen kann. Nö! Ich werd tatsächlich immer wieder in diesen alten Filmen von Ideen und waghasligen Stunts überrascht, dass es einfach nur Spaß macht so viel neues noch nach jahrelangen Schauen unzähliger Filme zu entdecken.

    Ansonsten hab ich z.b. auch "Metropolis" gesehen, den großen alten deutschen Klassiker von 1927. Beim ersten mal konnt ich abgesehen der grandiosen Effekte nicht wirklich viel mit dem Film anfangen...zu theatralisch waren mir die Schauspieler, zu übertrieben einfach viele Szenen. Hab dem Film aber inzwischen eine zweite Chance gegeben und diesmal gefiel er mir um einiges besser. Die Musik macht generell bei Filmen ja sehr viel aus, aber gerade bei Stummfilmen vielleicht sogar noch mehr. Auch ein Grund warum ich Chaplin Filme mag - er hat die meisten seiner bekannten Filme Jahrzehnte später auch noch mit einem eigens komponierten Soundtrack versehen und ich muss sagen, Chaplin war auch ein toller Komponist. Seine Soundtracks gehen schnell ins Ohr und bleiben da auch oft noch tagelang nachdem man den Film gesehen hat.


    So, lange geschrieben, keine Ahnung ob das jemand überhaupt ganz liest, aber ich wollte einen Teil meiner "cineastischen Reise" der letzten Monate hier mal schildern. Abschließend die Frage - schaut jemand von euch hin und wieder einen Stummfilm oder kennt sich ein bisschen mit der Ära aus? Falls ja, sind Kommentare und Empfehlungen natürlich immer willkommen.

  • #2
    Dank Corona hab ich das jetzt auch gelesen. :D Kenne allerdings immer nur einzelne Ausschnitte von Buster Keaton- oder Chaplin-Filmen oder hab mal was in Verbindung mit "RoboCop" (1987) dazu gesehen. Ansonsten müsste ich mich erstmal in die 70er zurückarbeiten ("Lawrence von Arabien" z.B.)

    Wie Du schon schreibst, stecken diese Film so voller Überraschungen, weil eben alles so echt wie damals Möglich gewesen ist das. Das macht den Reiz und das Spektakel aus (z.B. später auch Jackie-Chan-Kampfeinlagen oder Krieg der Sterne-Raumschiff-Modelle) - man ist dabei und kann die Kunst beobachten, anstatt sie zu erahnen.

    Die Ideen bzw. das Ideenreichtum der Menschen ist schon immer unendlich gewesen, aber die Möglichkeiten waren beschränkter, weswegen man kreativer werden musste. Das ist man heute auch noch, aber viele verlassensich dann auf den "Effekt" und denken, derwird es schon nach hause bringen. Das ist eben nicht so. Ich staune immer noch das "alte Zeug", weil es "echt" ist.
    eee-eh-brrrrhhhrrr-ehum.

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    • #3
      Nope, da passe ich. Ich hab da einfach wenig Interesse dran und - trotz Corona - auch gar nicht die Zeit. Es gibt soviel "aktuelles" und speziell Serien benötigen ja nen gewissen Zeitanspruch, da komm ich so schon nicht hinterher. Ja klar, wir haben jetzt auch nen James Bond Re-run gemacht, aber ehrlich gesagt, werden die Connerys + Moores von mir kein weiteres mal gesichtet werden. Der ein oder andre Klassiker (Spartacus, Ben Hur) stehen im Regal, gesehen hab ich sie aber auch nicht wieder seit Jahren.
      An s/w (Schindlers Liste mal ausgenommen!) hab ich kaum Interesse, an Stummfilmen gleich doppelt nicht.
      Finds aber klasse, wenn sich Leute etwas abseits des Mainstreams bewegen und sich für sowas begeistern können. Würde das alles verloren gehen, wärs auch schade drum .
      Lieben Gruß, Dimi

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      • #4
        Zitat von chris.p.bacon Beitrag anzeigen
        Dank Corona hab ich das jetzt auch gelesen. :D Kenne allerdings immer nur einzelne Ausschnitte von Buster Keaton- oder Chaplin-Filmen oder hab mal was in Verbindung mit "RoboCop" (1987) dazu gesehen. Ansonsten müsste ich mich erstmal in die 70er zurückarbeiten ("Lawrence von Arabien" z.B.)

        Wie Du schon schreibst, stecken diese Film so voller Überraschungen, weil eben alles so echt wie damals Möglich gewesen ist das. Das macht den Reiz und das Spektakel aus (z.B. später auch Jackie-Chan-Kampfeinlagen oder Krieg der Sterne-Raumschiff-Modelle) - man ist dabei und kann die Kunst beobachten, anstatt sie zu erahnen.

        Die Ideen bzw. das Ideenreichtum der Menschen ist schon immer unendlich gewesen, aber die Möglichkeiten waren beschränkter, weswegen man kreativer werden musste. Das ist man heute auch noch, aber viele verlassensich dann auf den "Effekt" und denken, derwird es schon nach hause bringen. Das ist eben nicht so. Ich staune immer noch das "alte Zeug", weil es "echt" ist.
        Großartiger erster Satz!

        "Lawrence von Arabien" ist von 1962...also nochmal ein Stückchen weiter. (allerdings extrem empfehlenswert!) :mink-klein:

        Ja, es stimmt was Du schreibst - die Menschen waren gerade da wo sie diese heutigen Hilfsmittel noch nicht hatten extrem kreativ und ich habe das echt unterschätzt. Was Leuten bereits in den 20ern oder teils sogar früher eingefallen ist an Tricks, als das Medium Film noch absolut in den Kinderschuhen steckte, ist einfach nur krass. Méliès ("Die Reise zum Mond") ist ja da eh einer der ersten auch und selbst wenn viele dieser uralten Effekte fürs heutige Auge sehr offensichtlich sind, so ist es einfach beeindruckend mit wie viel Aufwand und Ideenreichtum man da an die fantastischten Geschichten ging.

        Jackie Chan ist jemand der mich wirklich schon lange fasziniert und jetzt lerne ich Jahre später dass der auch schon von den frühesten Pionieren inspiriert wurde...einfach toll. Und das macht ja auch Jackie's Filme so faszinierend, da eben (fast) alles das man sieht wirklich echt ist und entsprechend extrem beeindruckend. Hab gestern dann erst einen Chaplin Kurzfilm von 1916 gesehen wo er halt tatsächlich ein paar typische "Jackie Chan Moves" macht...dachte ich seh nicht richtig! Einfach schön wie sich da der Kreis schließt und sich eben zeigt das alles ein Prozess ist und sich weiter entwickelt.

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        • chris.p.bacon
          chris.p.bacon kommentierte
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          Ja, RoboCops Bewegungen wurden auch von altem Stummfilm-Schauspiel inspiriert. Peter Wellers Koordinator hat ihm da ein paar Inspirationen mit auf den Weg gegeben.

      • #5
        Nosferatu - Symphonie des Grauens, Birth of a Nation (aus heutiger Perspektive sehr schwieriger Stoff, aber ein wichtiger Film) und Das Kabinett des Dr. Caligari wären welche die mir noch einfielen.

        Die Chaplin-Filme sind übrigens moderne Stummfilme. Als die gedreht wurden, war der Tonfilm schon erfunden.

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        • #6
          Zitat von Nathan Drake Beitrag anzeigen
          Nope, da passe ich. Ich hab da einfach wenig Interesse dran und - trotz Corona - auch gar nicht die Zeit. Es gibt soviel "aktuelles" und speziell Serien benötigen ja nen gewissen Zeitanspruch, da komm ich so schon nicht hinterher. Ja klar, wir haben jetzt auch nen James Bond Re-run gemacht, aber ehrlich gesagt, werden die Connerys + Moores von mir kein weiteres mal gesichtet werden. Der ein oder andre Klassiker (Spartacus, Ben Hur) stehen im Regal, gesehen hab ich sie aber auch nicht wieder seit Jahren.
          An s/w (Schindlers Liste mal ausgenommen!) hab ich kaum Interesse, an Stummfilmen gleich doppelt nicht.
          Finds aber klasse, wenn sich Leute etwas abseits des Mainstreams bewegen und sich für sowas begeistern können. Würde das alles verloren gehen, wärs auch schade drum .
          Danke für den Kommentar. Ich verstehe es auch voll wenn man dafür kein Interesse entwickelt - bis letztes Jahr hätte ich ziemlich genau das gleiche geschrieben!

          Bei mir sind es inzwischen die Serien die fast ganz ignoriert werden. Schau abgesehen von ein paar ausgewählten nur hier und da ne aktuelle Sitcom zwischendruch, die ganzen groß angelegten Serien die jahrelang laufen und unzählige Stunden brauchen bis man mal durch ist, lass ich inzwischen aus. Da ist dann bei mir echt nicht die Zeit für, zumal man halt dann immer auch länger an was gebunden ist. Ein Film ist nach 2-3 Stunden vorbei, egal wie gut oder schlecht er ist, das war's, da komm ich besser mit klar.

          Ironischerweise sind es auch gerade die Bond Filme, die mit zu den ersten älteren Filmen zählten die ich schon vor ein paar Jahren mal nach und nach etwas aufgearbeitet hab und wo ich mir bis auf ein paar ausgewählte Filme echt schwer tat...und das hat sich auch jetzt nicht geändert wo ich überhaupt kein Problem mehr mit älteren Filmen hab. Aber gut, bei Bond hat eh jeder seine ganz eigenen Erwartungen was solch einen Film oder auch Darsteller ausmacht.

          An sich sind die ganzen alten Klassiker ja nicht "abseits des Mainstreams", sie sind lediglich der "Mainstream von gestern". Verloren gehen darf so was echt nicht und da spielen gerade Blu-rays auch eine sehr wichtige Rolle mMn. Die BIldqualität eines Films IST einfach sehr wichtig und ein alter Film ist nicht halb so ansprechend wenn er unrestauriert in VHS-Qualität daher kommt. In 4K restauriert auf Blu-ray hingegen erstrahlen Filme aus teils bis in den 30ern zurück in ganz neuem Glanz und schauen dabei sogar manchmal besser aus als manche Blu-ray eines Films aus den 80ern! Daher ein Glück dass man heute auf dem technischen Stand ist sodass all diese alten Filme auch endlich für jedermann so zu sehen sind wie sie aussehen sollten. Denke durch schlechte VHS und frühe DVDs sind diese Filme erst recht nochmal enorm gealtert, weil sie einfach auch nicht schön fürs Auge waren in dem damaligen Zustand.




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          • #7
            Zitat von Ray Beitrag anzeigen
            die Menschen waren gerade da wo sie diese heutigen Hilfsmittel noch nicht hatten extrem kreativ und ich habe das echt unterschätzt.
            Ja, die visuelle Erzählung war viel stärker ausgeprägt, weil man ja nciht alle 30 Sekunden eine Texttafel einblenden wollte. Man sieht das bei Regisseuren wie Hitchcock, der ja vom Stummfilm kam. Der hat das zeitlebens beibehalten. Modernes Kino ist fast ausschließlich dialoggetrieben, was ich persönlich sehr bedauere. Filme die man versteht ohne hinzusehen, sind für mich nicht annähernd so beeindruckend, wie Filme die man versteht ohne hinzuhören.

            Hin und wieder läuft einem so eine visuelle Erzähltechnik noch über den Weg, Fury Road würde mir da als prominenter Vertreter einfallen.

            Zitat von Ray Beitrag anzeigen

            Bei mir sind es inzwischen die Serien die fast ganz ignoriert werden.

            Kann ich gut nachvollziehen. Der Serienboom zieht mehr Masse als Klasse nach sich.

            Kommentar


            • #8
              Zitat von Brathering Beitrag anzeigen
              Nosferatu - Symphonie des Grauens, Birth of a Nation (aus heutiger Perspektive sehr schwieriger Stoff, aber ein wichtiger Film) und Das Kabinett des Dr. Caligari wären welche die mir noch einfielen.
              Danke für die Empfehlungen. "Nosferatu" und "Dr. Caligari" sind halt beides Horror, glaub das spricht mich daher eher wenig an. "Birth Of A Nation" hab ich versucht, aber auch wenn mir dessen Bedeutung klar ist, ist er mir einfach nicht die vollen 3 Stunden wert. Hab Auszüge von gesehen, ist definitiv interessant und auch beeindruckend für 1915...wie auch abschreckend.

              Zitat von Brathering Beitrag anzeigen
              Die Chaplin-Filme sind übrigens moderne Stummfilme. Als die gedreht wurden, war der Tonfilm schon erfunden.
              Jein. Der Tonfilm kam 1927 und von Chaplin gibt's sowohl Filme davor als auch danach. Zudem weigerte er sich längere Zeit Tonfilme zu drehen da er sie anfangs nicht mochte. Jahrzehnte später hat er dann auch einige seiner Stummfilme nochmal neu rausgebracht und Soundtracks dazu komponiert, ("Der Goldrausch" hat sogar eine Erzähler-Stimme bekommen), daher wirken sie heute etwas moderner...Soundeffekte gab's aber erst minimal bei "Lichter der Großstadt" und "Moderne Zeiten" in den 30ern. In letzterem gab's dann den "Nonsense Song" am Schluss - da der Tramp ja so sehr auf Pantomime und Mimik basierte, war der Ton quasi sein Untergang/Ende. Und ab "Der große Diktator" waren es dann richtige Tonfilme.

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              • #9
                Zitat von Ray Beitrag anzeigen

                Danke für die Empfehlungen. "Nosferatu" und "Dr. Caligari" sind halt beides Horror, glaub das spricht mich daher eher wenig an. "Birth Of A Nation" hab ich versucht, aber auch wenn mir dessen Bedeutung klar ist, ist er mir einfach nicht die vollen 3 Stunden wert. Hab Auszüge von gesehen, ist definitiv interessant und auch beeindruckend für 1915...wie auch abschreckend.

                .
                Nosferatu ist aber schon sehr geil. Ich bin ja auch kein Horrorfan, aber den finde ich schon beeindruckend. Und da kein Copyright mehr, kann man den z.B. auf Youtube gucken.



                Von daher, einfach mal reingucken, kost ja nüscht...

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                • Ray
                  Ray kommentierte
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                  Okay, hier schau ich nun mal rein, der Film wird halt echt ÜBERALL erwähnt sobald es um Stummfilme geht.^^ Ein paar der 30er Jahre Universal Horror-Klassiker hab ich ja auch geschaut, also probier ich's hier nun auch mal. ;)

              • #10
                Zitat von Brathering Beitrag anzeigen

                Ja, die visuelle Erzählung war viel stärker ausgeprägt, weil man ja nciht alle 30 Sekunden eine Texttafel einblenden wollte. Man sieht das bei Regisseuren wie Hitchcock, der ja vom Stummfilm kam. Der hat das zeitlebens beibehalten. Modernes Kino ist fast ausschließlich dialoggetrieben, was ich persönlich sehr bedauere. Filme die man versteht ohne hinzusehen, sind für mich nicht annähernd so beeindruckend, wie Filme die man versteht ohne hinzuhören.

                Hin und wieder läuft einem so eine visuelle Erzähltechnik noch über den Weg, Fury Road würde mir da als prominenter Vertreter einfallen.

                Kann ich gut nachvollziehen. Der Serienboom zieht mehr Masse als Klasse nach sich.
                Ohja, bei Hitchcock weiss ich das inzwischen echt zu schätzen! Hat zwar bei mir auch erst etwas gebraucht bis die Filme richtig "klick" gemacht haben, aber wer weiss, vielleicht gerade deswegen weil ich bis dahin die heutige "Erzählmethode" so gewohnt war. Inzwischen sehe ich seine Filme ganz anders und bin wirklich erstaunt wie toll er vieles mit purer Bildsprache umgesetzt hat...und das hat eben ne komplett andere Wirkung. Film ist eben ein visuelles Medium und nicht nur eine erzählte Geschichte auf die man schlicht ne Kamera drauf hält.

                Der Serienboom ist massiv! Ich bin sicher es gibt da auch wirklich sehenswertes drunter und ich verpass da somit auch sicher manches, aber wie gesagt, zeitlich ist mir das einfach viel zu aufwändig. Hab vor ein paar Jahren mal Serien wie "Breaking Bad" oder "Lost" geschaut...und gerade mit so Cliffhanger-Serien komm ich halt nicht klar, da die dann süchtig machen und ich immer gleich weiter schauen will...irgendwann bin ich dann einfach nur erschöpft und hab keinen Spaß mehr dran.^^

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              • #11
                Zitat von Ray Beitrag anzeigen
                Film ist eben ein visuelles Medium und nicht nur eine erzählte Geschichte auf die man schlicht ne Kamera drauf hält.
                Da gibt es ein schönes Hitchcock-Zitat zu. Auf die Aussage "Hitchock hat in seinen Filmen nichts zu sagen" erwiderte er "Ein Regisseur hat nichts zu sagen, er hat etwas zu zeigen"

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                • #12
                  Zitat von Brathering Beitrag anzeigen

                  Da gibt es ein schönes Hitchcock-Zitat zu. Auf die Aussage "Hitchock hat in seinen Filmen nichts zu sagen" erwiderte er "Ein Regisseur hat nichts zu sagen, er hat etwas zu zeigen"
                  Schönes Zitat. Der Typ ist generell interessant, hab mal in manches Interview auf Youtube reingeschaut, die ganze Art wie er über Filme denkt und Geschichten analysiert...echt mal was anderes als "ja wir hatten alle voll Spaß beim Dreh, ich denke wir haben einen fantastischen Film gemacht den wirklich JEDER sehen will".

                  Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Eindruck letztes Jahr den ich hier zu "Der unbekannte Dritte" schrieb...es war jetzt kein Verriss, aber wenn ich bedenke wie stark sich meine Sicht in den Monaten seitdem gewandelt hat, könnte meine heutige Meinung kaum weiter davon entfernt sein zu dem was ich damals schrieb.

                  Anfangs hatte ich echt so meine Probleme mit HItchcock Filmen zumal ich auch kein Fan von Krimis und "Mörder-Geschichten" bin, was aber ja in so ziemlich JEDEM von Hitchcock's Filmen mindestens Nebenthema ist. Und doch haben mich seine Filme zunehmend fasziniert und ich hab ne Weile lang dann einen Hitchcock nach dem anderen geschaut...jetzt stehen 11 Blu-rays seiner Filme im Regal.^^

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                  • #13
                    Zitat von Ray Beitrag anzeigen
                    Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Eindruck letztes Jahr den ich hier zu "Der unbekannte Dritte" schrieb...es war jetzt kein Verriss, aber wenn ich bedenke wie stark sich meine Sicht in den Monaten seitdem gewandelt hat, könnte meine heutige Meinung kaum weiter davon entfernt sein zu dem was ich damals schrieb.
                    Damit hatte Hitchcock den James Bond-Film erfunden.. Was ich in dem Film beeindruckend finde, ist wie Hitchcock mit der Zeit spielt. Wenn man z.B. an die Szene denkt, in der Cary Grant dem Polizisten erzählt was passiert ist, braucht er dafür 30 Sekunden, obwohl es wohl eher 30 Minuten dauern würde. Dafür hat er die beiden neben den Flugzeugpropeller gestellt, so dass man das nicht hören konnte. Ziemlich genial. Und im Gegenzug das Dehnen der Zeit in der Flugzeugszene.

                    Anfangs hatte ich echt so meine Probleme mit HItchcock Filmen zumal ich auch kein Fan von Krimis und "Mörder-Geschichten" bin, was aber ja in so ziemlich JEDEM von Hitchcock's Filmen mindestens Nebenthema ist. Und doch haben mich seine Filme zunehmend fasziniert und ich hab ne Weile lang dann einen Hitchcock nach dem anderen geschaut...jetzt stehen 11 Blu-rays seiner Filme im Regal.^^
                    Naja, es gibt auch Agentenfilme. Aber ja, das ist sein Hauptthema. Bzw. ein wiederkehrendes Muster ist auch die Schuldübertragung.

                    Ich glaube ich hab jetzt 18 auf Bluray. Aber 2-3 brauche ich noch (z.B. 39 Steps, The Paradine Case). Aber immerhin kenne ich ziemlich genau die Hälfte seines Werkes. Hört sich mickrig an, aber der Mann war ja sehr produktiv. Aber von seinen Stummfilmen kenne ich keinen einzigen.

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                    • #14
                      Zitat von Brathering Beitrag anzeigen
                      Damit hatte Hitchcock den James Bond-Film erfunden..
                      Definitiv, ja. Grant war der erste Bond, noch vor Connery. :D

                      Zitat von Brathering Beitrag anzeigen
                      Was ich in dem Film beeindruckend finde, ist wie Hitchcock mit der Zeit spielt. Wenn man z.B. an die Szene denkt, in der Cary Grant dem Polizisten erzählt was passiert ist, braucht er dafür 30 Sekunden, obwohl es wohl eher 30 Minuten dauern würde. Dafür hat er die beiden neben den Flugzeugpropeller gestellt, so dass man das nicht hören konnte. Ziemlich genial. Und im Gegenzug das Dehnen der Zeit in der Flugzeugszene.
                      Ja, für seine Zeit ist der Film echt rasant erzählt. Er schaut halt auch so fantastisch aus, die ganzen Sets und Schauplätze sind wirklich großartig eingefangen. Ich wünschte nur man würde das Mount Rushmore Set und manch andere Kulisse nicht so offensichtlich sehen, aber das ist wohl auf der heutigen Blu-ray geschuldet. Wenn schlechte Bildqualität für eins gut war, dann um solche "Fehler" bzw. schwachen Effekte zu kaschieren.

                      Was ich auch mega gut finde ist die Einstellung von ganz oben als Grant aus dem Haus der Vereinten Nationen rennt...auf die Idee muss man erst mal kommen! oO

                      Zitat von Brathering Beitrag anzeigen
                      Ich glaube ich hab jetzt 18 auf Bluray. Aber 2-3 brauche ich noch (z.B. 39 Steps, The Paradine Case). Aber immerhin kenne ich ziemlich genau die Hälfte seines Werkes. Hört sich mickrig an, aber der Mann war ja sehr produktiv. Aber von seinen Stummfilmen kenne ich keinen einzigen.
                      Ja, er hat wirklich viele Filme gemacht, die alle zu kennen erfordert echt viel Zeit. Stummfilme von ihm hab ich auch noch nicht gesehen...man merkt bereits bei seinen Tonfilmen aus den 30ern dass er da noch nicht ganz auf der Höhe war, hat er ja auch selbst von sich gesagt. Klar gibt's da auch gutes und sehenswertes, aber es hat meist noch nicht die Qualität von den Filmen ab den 40ern. Gerade ab "Rebecca" wird's dann echt interessant mMn. Daher hab ich auch grad nicht das größte Interesse an seinen Stummfilmen...aber wer weiss, vielleicht irgendwann mal. Hab zwar auch etwa doppelt so viele seiner Filme gesehen als wie es nun ins Regal geschafft haben, aber es gibt ja immer noch weitere...möglicherweise werden es bei mir in Zukunft auch noch mehr. Tja, vor einem Jahr noch kannte ich keinen einzigen Hitchcock-Film, so schnell kann's gehen.^^

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                      • Ray
                        Ray kommentierte
                        Kommentar bearbeiten
                        Brathering Ich meinte damit auch nur - wären die suboptimalen Effekte nicht, wär der Film eigentlich ziemlich einwandfrei. Und ja, am schlimmsten ist echt 90er/2000er CGI gealtert.

                        Die Vögel fand ich sogar erstaunlich gut...klar, man merkte hier und da dass da ein Effekt im Spiel ist, aber für die 60er war das definitiv besser als ich anfangs erwartet hatte. An dem Film nervte eher das dämliche Verhalten der Charaktere die der Gefahr teils ganz bewusst entgegen gingen anstatt ihr auszuweichen...aber das ist ja Standard bei Horror.^^

                        Ja, die Psycho Szene schaut auch klasse aus. Ist auch einer der Filme die unbedingt in schwarz-weiss sein mussten...in Farbe will ich mir den gar nicht vorstellen.^^

                      • Brathering
                        Brathering kommentierte
                        Kommentar bearbeiten
                        Ist Dir aufgefallen, dass die Attacken der Vögel mit Spannungen unter den Menschen korrelierten? Immer wenn es irgendwie Zoff gab, kam ein Vogelangriff.

                      • Ray
                        Ray kommentierte
                        Kommentar bearbeiten
                        Brathering Hab ich danach gelesen, ja. Bin schon auf die zweite Sichtung gespannt, da werd ich dann drauf achten.

                    • #15
                      Wow, wie es der Zufall will, hab ich diesen Thread nun am 100. Jahrestag der Premiere von Chaplin's erstem Langfilm "The Kid" ("Der Vagabund und das Kind") erstellt.

                      Hab ich grad durch das Video unten raus gefunden dass das heute ist. "The Kid" ist der aktuell älteste Film in meiner Sammlung, ein wirklich schöner Film, der Komödie mit Sozialdrama verbindet, was zu der Zeit noch ziemlich einzigartig war. Muss ich mir ja fast überlegen ob ich mir den heute Abend zum 100. wieder gönne...^^

                      Fun fact - das Baby das im Film zu sehen ist lebt noch und ist stolze 102 Jahre alt!
                       

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