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Chernobyl (HBO)

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  • Alex Gabler
    kommentierte 's Antwort
    Dito! Haben auch alle folgen an 2 Abenden durchgehabt. :) Fantastische Mini-Serie die JEDER mal gesehen haben sollte!

  • CrushingHell
    kommentierte 's Antwort
    Ging uns auch so - waren echt begeistert und auch fassungslos. Sehr gut produzierte Serie!

  • jan_reinhardt
    antwortet
    So, habe mir Chernobyl nun auch angeschaut. 6/5 Sterne , sage ich mal. Lange keine so gute Serie mehr gesehen.
    Wollte mit meiner Frau eigentlich nur mal 1 Folge reinschnuppern (= 60 Min), haben dann 3h durchgezogen und am nächsten Abend die beiden weiteren Folgen.

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  • Fiend For Life
    antwortet
    Habe die Serie vor Kurzem beendet und kann mich dem Tenor weitgehend anschließen: Chernobyl ist wirklich enorm stark, extrem realistisch und teilweise zum wegschauen ehrlich; so bitter sind manche Bilder.

    Über 30 Jahre ist der Reaktorunfall von Tschernobyl nun schon her und noch immer bewegt der Unfall die Menschen weltweit. Wohl nicht zuletzt auch, wo immer heftiger und stärker der Atomausstieg gefordert wird. Da gehen die Meinungen ja derzeit auseinander und Argumente jagen hin und her. Da war es von HBO ziemlich schlau, genau jetzt eine Serie zu dem Unfall zu produzieren. So viel zum gewieften Hintergrund des Senders, der sich aber hier auch nicht hat lumpen lassen.

    Die Serie vergeudet keine Zeit mit Nebensächlichkeiten und kommt schon in der ersten Minute zum großen Knall, wo der Reaktor in die Luft geht und das Dach der ganzen Anlage wegsprengt. Was zur Folge hat, dass wir als Zuschauer ebenfalls genauso ahnungslos sind, wie die paar Typen da im Kontrollraum, die nun erkennen, dass es da definitiv ein Problem gibt, und nun verzweifelt versuchen dieses Problem zu identifizieren und zu lösen. Und daran kann man schon sehen, wie lächerlich arrogant sich die regierungstreuen Kernkraftleiter verhalten haben, indem sie versuchen jede kleinste Krise zu vertuschen, obwohl das längst nicht mehr möglich ist. Doch dieser harte Start im kalten Wasser hat für uns den Vorteil, dass wir nun ganz genau die Ereignisse chronologisch beobachten können. Vom Anrücken der Feuerwehr, der Evakuierung aus der Stadt und aberwitzigen Versuchen eine weitere Kernschmelze zu verhindern..
    Man kann sagen, in der ersten Folge geht es noch explizit um die Explosion des Reaktors, während in den nächsten vier Folgen gezeigt wird, wie verzweifelt man versucht dieses fast schon apokalyptisch-göttliche Feuer in den Griff zu bekommen. Dabei wird jeder Schritt, jede Maßnahme und jede Gefahr ganz genau erläutert und erklärt, ohne dass die Serie auch nur einen Funken an Spannung verlieren würde. Dabei sind schon einige kuriose wie aberwitzige Aktionen dabei. Zum Beispiel das Ausleihen eines deutschen Polizeiroboters, wo man ganz einfach den maximalen RAD-Wert des Messgerätes als Referenz genommen hat; wie eigentlich fast immer. Den Beton mit dem Hubschrauber abzuladen oder den Reaktor einfach zu untergraben. Gleichzeitig versuchen die Behörden insgeheim und streng beobachtet vom KGB die Ursache und den genauen Unfallhergang abzuleiten. Und dabei wird Chernobyl schon mal richtig richtig hässlich, weil es den körperlichen Verfall einiger Opfer dokumentiert.

    Spoiler ->

    Mir macht Splatter zwar nichts aus, doch als ich sehen musste, wie der armen Sau von der Feuerwehr bei lebendigem Leib das Gesicht abfällt oder den Typen im Kernkraftwerk die Augen beinahe rauslaufen, wollte ich auch am Liebsten wegschauen. Denn man muss sich hier immer vor Augen halten, dass diese armen Schweine wirklich auf diese schlimme Art und Weise krepiert sind. Das ist nicht einfach wie im Krieg simpel brutal, sondern grausam und elendig, weil man hier eben nicht schnell, sondern langsam verreckt und jeden Schmerz spürt, weil die Strahlung jeden Nerv zerschießt.


    All dieses Leid und all diese Grausamkeit durch diese ach so saubere Energie werden uns hier auf erschreckende Weise vor Augen geführt und lassen jedes noch vehemmente Argument verstummen. Die Dramatik und die Spannung dieses ungleichen Kampfes geht ebenfalls nicht spurlos am Zuschauer zurück, der nur hilflos zuschauen kann, wie manche Menschenleben sinnlos geopfert werden, bis der Reaktor endlich versiegelt werden kann - keinesfalls kalt gestellt. Doch selbst dann wissen wir immer noch nicht, warum es überhaupt zum Unfall kommen konnte. Genau dafür ist die letzte Episode da, die nun quasi die Nachwirkungen des Unfalles für alle Beteiligten zeigt und direkt nochmal zur ersten Episode springt, wo mittels eines Schauprozesses endlich der genaue Unfallhergang ermittelt und erklärt werden kann. Und erst mit dieser Szene wird dem Zuschauern eigentlich wirklich bewusst, was damals eigentlich für eine inkompetente Scheiße gelaufen ist. Unter anderem Sicherheitstest, von dem nur eine Schicht weiß, ein 25-jähriger leitender Ingenieur mit gerade einmal fünf Monaten Erfahrung, ein Leiter dem seine Karriere viel wichtiger ist als das gesprengte Dach und die Regierung, der kein Material zu billig ist. Was wohl letztendlich auch die Ursache für die Katastrophe war. Hauptsache billig.

    Im Gegensatz dazu war die Serie keinesfalls billig! Der Aufwand für diese sechs Folgen muss gigantisch gewesen sein, da man hier auf Computertricks oder Green Screen so weit wie möglich verzichtet hat. Man sieht hunderte historische Fahrzeuge, tausende Komparsenm aufwendige Kulissen, teils sehr derbes, hochwertiges Make-up und nicht zuletzt eine fabelhafte Regie und Schauspielkunst vom Allerfeinsten. Allen voran Jared Harris und Stellan Skarsgard, denen die Verzweiflung, die Angst und die Wut ins Gesicht geschrieben stehen. Dabei gibt sich die Serie wirklich so authentisch und realistisch wie möglich und versucht das ganze Ausmaß des Unglücks zu erfassen. Es werden unter anderem Originalaufnahmen verwendet, originale Photos und erschütternde Telefonmitschnitte. Fast alle Szenen und Episoden, die hier zu sehen sind, haben sich wirklich zugetragen. Auch der traurige Selbstmord von Waleri Legassow, von dem es immer noch die Theorie gibt, der KGB hätte ihn nach einer gewissen Wartezeit ermordet. Ich frage mich, was schockierender ist: der Unfall mit seinen Folgen oder wie der Kommunismus mit seinen echten Helden umgeht? Der Schlussakkord der letzten Folge schlägt dann auch emotional noch einmal richtig zu, wenn man die Aufnahmen der echten Personen und noch einige weitere Fakten offengelegt werden. Einzig der Charakter von Emily Watson mit dem Namen Ulana Chomjuk wurde eigens für die Serie geschaffen, um die humantiäre Hilfe und die Ehre aller Helfer bei der Katastrophe zu repäsentieren. So heißt es in den Zeilen. Nur schade, dass es nicht gerade wenige Szenen mit ihr gibt, weil bei gerade einmal fünf Folgen nicht viel Raum ist, die volle Bandbreite des Elends und der Größe im Untergang zu erfassen.

    Darum gibt es von mir - angesichts dieses erschütterndes Ereignisses und den seriösen Aufwand, den HBO betrieben hat - nur einen halben Punkt Abzug und vergeben 9,5 von 10! Meine Meinung: Chernobyl ist nicht nur absolut sehenswert, sondern sollte Pflicht an allen Schulen werden!

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  • Tronde
    kommentierte 's Antwort
    Interessant. Bisher hörte man ja nur absolute Begeisterung. Ich hab die Serie vermerkt. Wenn ich mit der aktuellen Serie fertig bin, will ich mich hier ranmachen.

  • Brathering
    kommentierte 's Antwort
    Nur für die Akte: Sagen wir 7/10. Die Bewertung kam mir heute ein bisschen streng vor.

  • Brathering
    antwortet
    Ich habe die letzten Tage mit Chernobyl verbracht und habe folgendes dazu zu sagen:

    Ersteinmal vorweg: Als der Reaktor 4 in Tschernobyl explodierte war ich 15 Jahre alt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Verunsicherung und diverse Konsequenzen, die auch bei uns spürbar waren. Zum Beispiel wurde dringend vom Verzehr von Waldpilzen oder Wild abgeraten, im Regen war gesteigerte Radioaktivität messbar usw. Für mich war das durchaus ein prägendes Ereignis.

    Jetzt zur Umsetzung der Serie: Für meinen Geschmack hat die Serie Stärken und Schwächen. Mit den 10/10-Bewertungen kann ich auf keinen Fall mitgehen, das nur als Spoiler.... :zwinker:

    Ich fang mal mit den Stärken an: Die Serie ist atmosphärisch sehr dicht und beklemmend. Man bekommt ein gutes Gefühl für die Hilflosigkeit (und auch für den Dilletantismus) die ensteht, wenn eine scheinbar beherrschbare Technologie unbeherrschbar wird. Außerdem gibt es ein paar sehr gute schauspielerische Leistungen zu sehen. Nicht nur, aber doch recht viel. Die 80er wirken ziemlich echt, die ganzen Sets waren wirklich gut. Außerdem ist sie lehrreich, man kann einiges über Atomkraft lernen und diese Erklärungen sind auch wirklich gut in die Serie eingearbeitet.

    Leider hat die Serie auch einige Schwächen, die überwiegend mit der Dramatisierung zu tun haben: Es ist teilweise einfach zu viel Katastrophenfilm anstatt Katastrophe. Das Heldentum einzelner steht stark im Fokus, ebenso ziemlich actionreiche oder schockierende Szenen. Das wird davon unterstützt, dass man dutzende Wissenschaftler in einer Rolle zusammengefasst hat. Außerdem wirkt irgendwie nichts so wirklich russisch. Man ist bemüht den Ton zu treffen, aber so richtig will das nicht gelingen. Die Serie hätte mehr oder weniger auch Harrisburg behandeln können (abgesehen von den Sets natürlich). Ebenso kamen mir die Konsequenzen für die normalen Leute zu kurz. Das wurde immer mal angerissen, aber im Grunde wurde "das Volk" durch zwei Personen (Feuerwehrmann und Frau) repräsentiert, alle anderen, die auftauchten hatten höchstens eine Szene.

    Nach Episode 3 und 4 war ich echt ein bisschen frustriert von der Serie, die letzte hat mich dann aber doch wieder versöhnt.

    Als Fazit würde ich sagen, eine interessante Serie, mit Schwächen, aber auf jeden Fall sehenswert.

    6,5/10

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  • flash77
    antwortet
    In dem Fall fand ich das noch völlig in Ordnung. Da gibts weitaus schlimmere Beispiele - allen voran Vikings^^

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  • Tronde
    antwortet
    Finde ich persönlich auch nicht relevant. Wichtig ist, dass die Darsteller die Sprache sprechen die nachher auch zu hören ist und es eben nicht synchronisiert werden muss (für mich). Da liegt mir Englisch deutlich mehr als russisch. Mehr Authentizität gibt es durch Russisch für mich auch nicht

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  • Brathering
    antwortet
    Zitat von schneijo Beitrag anzeigen
    [B]

    Trotz allen Lobs: Es gibt zwei Dinge, die mich ein wenig stören. Der erste Kritikpunkt wiegt dabei deutlich schwerer als der zweite. Aus Gründen der Authentizität hätte ich mir lieber russisch sprechende Schauspieler und deutsche Untertitel gewünscht, als geschliffenes British English zu hören.
    Das finde ich noch nicht mal problematisch. Was ich schwierig finde ist, wenn es gemacht wird wie bei Vikings. Die sprechen Englisch mit irgendeinem germanischen Akzent. Völlig bekloppt. Entweder man macht das in ihrer Sprache oder man nimmt an, dass das der BEquemlichkeit halber lieber genommene Englisch ein Substitut für die tatsächliche Muttersprache ist. Aber dann sollte sie auch akzentfrei verwendet werden. So finde ich das maximal albern, es hört sich immer so an, als würden die Protagonisten sich in einer (für sie) Fremdsprache unterhalten, was irgendwie keinen Sinn macht.

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  • Brathering
    kommentierte 's Antwort
    Hey, das klingt gut. Ich hab die auch gekauft, schau aber erstmal Gomorrha zu Ende.

  • schneijo
    kommentierte 's Antwort
    Passiert den besten! :-) Ripper

  • Ripper
    kommentierte 's Antwort
    Gar keine :zwinker:
    Bin gegen 21 Uhr das erste mal am Sofa eingepennt...:zwinker:
    Meine Hoffnung liegt auf heute Abend!

  • schneijo
    kommentierte 's Antwort
    Danke! Wie weit bist Du gestern noch gekommen? Ripper

  • Ripper
    kommentierte 's Antwort
    Wow! Tolle Review und kann ich nur unterstreichen!
    Hab erst eine Folge gesehen und freu mich schon darauf heute Abend wieder das Heimkino zu befeuern! Schon die erste Folge war durchweg grandios!
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